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Versicherungen in Corona-Zeiten: Was Sie jetzt beachten müssen


Versicherungen in Corona-Zeiten: Was Sie jetzt beachten müssen

 

Sachversicherungen

Aus versicherungsrechtlicher Sicht kann eine Gefahrerhöhung vorliegen, wenn der Betrieb stillsteht oder Teile des Betriebs stillgelegt werden und Gebäude leerstehen.

Diese Umstände können die Leistungspflicht des Versicherers beeinflussen. Bitte informieren Sie uns deshalb über etwaige gefahrerhöhende Umstände, damit wir hier das weitere Vorgehen gemeinsam mit Ihnen abstimmen können.

Wichtig ist darüber hinaus auch, dass weiterhin gesetzliche und behördliche Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Hierzu gehören unter anderem beispielsweise auch:

-         Regelmäßige Kontrollen der versicherten Räume und Gebäude sowie der Gefahrenmelde- bzw. Löschanlagen auf Fehlermeldungen oder Alarme

-         Sicherung des Betriebsgeländes, der Gebäude und versicherten Räume durch Verschluss der Tore, Türen sowie Fenster gegen das Eindringen von unbefugten Personen

-         Abfälle sollten unbedingt aus den versicherten Räumen entfernt und bis zur endgültigen Abholung durch den Entsorger außerhalb der Gebäude zwischengelagert werden, ebenfalls Einhaltung des Mindestabstandes von 5 Metern beachten.

 

Sofern Sie Waren nicht ausliefern können oder Aufträge nicht wie geplant ausgeführt werden können, kann es zu erhöhten Lagerbeständen kommen. Ggf. sollte dann Ihre Versicherungssumme für Vorräte (Rohstoffe, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie fertige Erzeugnisse) erhöht werden. Bitte sprechen Sie uns an, sofern eine Anpassung nötig ist.

 

 

Haftpflichtversicherung

Die aktuellen Allgemeinen Haftpflichtbedingungen (AHB) des GDV sehen grundsätzlich einen Ausschluss für Personenschäden vor, die aus einer Übertragung einer Krankheit des Versicherungsnehmers resultieren. Dieser Ausschluss gilt, wenn Versicherungsnehmer natürliche Personen sind, was im Industriegeschäft in aller Regel nicht der Fall ist. Daher besteht grundsätzlich Versicherungsschutz für Ansprüche Dritter wegen Personenschäden im Zusammenhang mit Corona-Erkrankungen.

Inwieweit eine Corona-Erkrankung eines Dritten auf eine betriebliche Tätigkeit des versicherten Unternehmens zurückzuführen ist und ob daraus – einen normalen Krankheitsverlauf unterstellt – ein ersatzfähiger Schaden entsteht, dürfte von den Umständen des Einzelfalls abhängig sein. Der Versicherungsschutz dürfte sich daher grundsätzlich auf die Abwehr unberechtigter Ansprüche beschränken.

Im Falle einer Erkrankung der eigenen Mitarbeiter gelten die Regelungen des Entgeltfortzahlungsgesetzes.

Können Lieferverträge gegenüber Dritten aufgrund einer Nichtverfügbarkeit von Produkten (Ausfall der Lieferkette) nicht erfüllt werden, so handelt es sich um Vermögensschäden Dritter, die über die Haftpflichtversicherung nicht versichert sind.

 

Produktschutz- und Rückrufversicherung

Auch die Versicherungsbedingungen zu Produktschutz- und Rückrufverträgen kennen keinen definierten Ausschluss für Viren-Kontaminationen, so dass Ansprüche/Aufwendungen im Zusammenhang mit kontaminierten Produkten die Deckungen grundsätzlich tangieren.

Deckungsvoraussetzung ist allerdings das Vorhandensein eines kontaminierten Produkts mit der Folge, dass der Genuss oder der Umgang mit diesem Produkt einen Personenschaden bzw. eine konkrete Personenschadengefahr auslöst und so eine gesetzliche Rückrufverpflichtung begründet bzw. die Behörde einen Rückruf anordnet. Nach aktuellen Erkenntnissen sind keine Fälle nachgewiesen, bei denen sich Personen auf einem anderen Wege als eine Tröpfchen-Infektion infiziert haben – etwa durch den Verzehr eines kontaminierten Produkts oder im Umgang mit kontaminierten Produkten (Spielzeug). Schadenfälle zur Produktschutzdeckungen dürften nach derzeitigem Stand daher nicht zu erwarten sein.

Anzeigepflicht / Obliegenheiten bei Änderung der Betriebsart o. Produktionsprogramm

Die Eintrittspflicht eines Versicherers für einen Schadenfall bedingt u.a. immer auch, dass dieser Schadenfall sich aus dem jeweils individuell beschriebenen Risiko bzw. Betriebsbeschreibung ergibt.

Die aktuellen AHB des GDV sehen für Änderungen des Betriebscharakters, des Tätigkeits-/Produktions-/Lieferprogramms oder neue Exportländer (v.a. USA) nach Vertragsabschluss in der Regel sofortigen Versicherungsschutz im Rahmen der sog. Vorsorgedeckung vor - und verlagern die Anzeigepflicht dieser Änderungen auf die explizite Aufforderung des Versicherers, welche zumeist im Rahmen der Prämienerhebung zur Hauptfälligkeit erfolgt.

Zu beachten ist dabei: Tritt der Versicherungsfall ein, bevor das neue Risiko angezeigt wurde, so hat der Versicherungsnehmer zu beweisen, dass das neue Risiko erst nach Abschluss der Versicherung und zu einem Zeitpunkt hinzugekommen ist, zu dem die Anzeigefrist (einen Monat ab Aufforderung) noch nicht verstrichen war.

Wir empfehlen daher -wenn auch ggf. nur vorsorglich- etwaige Änderungen im Betriebs-/ Produktionsprogramm umgehend anzuzeigen.

 

Cyberversicherung

In vielen Unternehmen arbeiten Mitarbeiter derzeit von Zuhause um möglichst Kontakte zu vermeiden.

Der derzeit zu beobachtende Trend hin zu einem erstmaligen oder verstärkten Einsatz von Homeoffice ist in der Cyberversicherung anzeigepflichtig.

Bitte informieren Sie uns über eingetretene Änderungen.

 

KFZ-Versicherung

Viele Zulassungsbehörden haben derzeit geschlossen. So kann bei Verkauf eines Fahrzeugs in vielen Fällen keine Abmeldung vorgenommen werden. Bitte beachten Sie beim Verkauf, dass die Gefahr und Haftung erst mit Ummeldung des Fahrzeugs auf den neuen Halter übergeht.

  

Selbstverständlich sind wir weiterhin für Sie erreichbar und stehen bei Rückfragen zu allen Fragen rund um das Thema Versicherungen jederzeit gerne zur Verfügung.



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